Vom Seeunfall zum digitalen Logbuch: Wie DiLog entstanden ist

Lange war es hier ruhig. Die PlanB schwimmt, und wir haben in der Zwischenzeit an etwas gearbeitet, das auf diesem Blog schon in den Beiträgen zum Bordcomputer seinen Anfang genommen hat. Heute erzählen wir, wie daraus DiLog wurde.

Ein Abend im Segelverein

Angefangen hat alles mit einem Gespräch im Verein. Wir saßen mit ein paar Kollegen zusammen und sprachen über einen Unfall auf der Elbe: Ein Traditionssegler war mit einem Containerschiff zusammengestoßen. Der Fall wurde als sehr schwerer Seeunfall eingestuft.

Kurz darauf fiel uns der Seeunfalluntersuchungsbericht in die Hände, mehrere hundert Seiten stark. Wir haben ihn tatsächlich gelesen und waren begeistert: Minutiös ließ sich nachvollziehen, welches Schiff zu welcher Uhrzeit an welcher Position war, mit welchem Kurs und welcher Geschwindigkeit.

Unser erster Gedanke: Das schreibt doch niemand von Hand so genau mit. Das kann nur automatisch gehen.

Hand aufs Herz: Wie sieht euer Logbuch aus?

Wer ehrlich ist, kennt das. Beim Ablegen wird noch sauber eingetragen, danach kommt die Schleuse, der Wind dreht, jemand hat Hunger, und abends im Hafen steht im Logbuch eine einzige Zeile. Dabei ist das Logbuch viel mehr als Pflichtübung. Es ist im Ernstfall der Nachweis, was wann passiert ist, und in allen anderen Fällen die Erinnerung an den Törn.

Ein Flugdatenschreiber für Schiffe

Also haben wir angefangen, zunächst nur für uns, eine Art Flugdatenschreiber fürs Schiff zu bauen. Wir haben ihn Voyage Data Recorder genannt. Die ersten Versuche bestanden aus einem Raspberry Pi, einem Arduino und jeder Open-Source-Software, die wir finden konnten. Wer hier schon länger mitliest, hat einen Teil davon gesehen.

Irgendwann lief das System zuverlässig. Position, Kurs und Geschwindigkeit wurden aufgezeichnet, ohne dass jemand daran denken musste. Und wir dachten uns: Das ist doch eigentlich auch für andere interessant. Also haben wir erweitert, verbessert und wieder erweitert.

Von der Bastellösung zum Produkt

Eigene Hardware herzustellen und in der EU zu vertreiben, ist allerdings eine ganz andere Baustelle als ein Refit. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einem Hersteller gemacht und sind bei Teltonika gelandet. Von dort beziehen wir bis heute unsere Hardware.

Wir haben auch recherchiert, was es sonst so gibt. In der Berufsschifffahrt ist die automatische Aufzeichnung der Fahrtdaten längst vorgeschrieben. In der Sportschifffahrt ist das Thema dagegen ziemlich unbekannt.

DiLog

Aus dem Voyage Data Recorder ist DiLog geworden, unser digitales Logbuch. Es zeichnet den Törn automatisch auf, und ihr ergänzt nur noch, was euch wichtig ist. Mehr dazu findet ihr unter dilog.page.

Wie führt ihr euer Logbuch: klassisch auf Papier, digital oder eher gar nicht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

Malte & Andre

PlanB war nie weg!

Es wird mal wieder Zeit für ein kleines Update, was an Bord alles passiert ist.

Neuer Anstrich

Nach längerer Überlegung haben wir uns dazu entschieden, dass Teak zu ölen. Mit dem Ergebnis sind wir bisher sehr zufrieden. Da wir bisher es leider noch nicht geschaft haben, dass Schiff vollständig dicht zu kriegen, erhoffen wir uns durch das ölen Vesserung.

Elektronik

Die Verkabelung des Schiffes hat sich auch wieder etwas geändert. Die bisherige Lösung war zu störanfällig. Neue Relais funktionieren nun zuverlässig. Zudem sind wir gerade dabei die alten analogen Anzeigen wieder in Betrieb zu nehmen und parralel dazu die analogen Werte in digitale umzuwandeln, damit wir diese auch in unserer App auf dem iPad und Handy haben.

Matratzen

Die Matrazen sind nun auch an Bord, es sind nun günstige Aldi-Matrazen geworden, welche wir vom Bezug entfernt und zurechtgeschnitten haben. Nun sind wir auf der Suche nach schönen neuen Bezügen. Falls jemand eine gute Quelle hierfür hat, dann gerne damit in die Kommentare.

Da uns vermehrt die Anfrage erreicht hat, wo wir die Fenstergummis bestellt haben, hier die Antwort. Wir haben in einem Katalog von: https://palby.dk/ die passenden Gummis zum erstelen mal gesehen. Dort waren mehrere unterschiedliche Verkäufer verlinkt. Bestellt haben wir die Gummis dann schließlich auf folgender Webseite: https://www.baadservice.dk/

Oh Schreck…

Wochenlang suchen wir nun schon nach der undichten Stelle.

Nun haben wir uns entschieden die Innendecke teilweise oberhalb der Pantry zu öffnen. Das Wasser schoß uns entgegen! Die Sperrholzplatte unter dem Teakdeck war weich und verfault. Undichte Sikaflexfugen im Deck haben Wasser eindringen lassen.

Die undichten Fugen und die verfaulten Hölzer sind inzwischen erneuert.

Nun heißt es erstmal abwarten und beobachten, ob wir alle Stellen gefunden haben.

Der Blog lebt noch :)

Sowohl die Entwicklung des Bord-Computers, die Verkabelung der Elektrik als auch die Holzarbeiten haben gute Vorschritte gemacht. Das Bad nimmt langsam Form an, der Bord-Computer ist nun über unsere eigene App von zu Hause bedienbar und der Haufen an Kabel verfügt über eine Struktur.

Der Bord-Computer

Die Funktionalität des Bord-Computers wächst, sodass wir nun bereits über unsere eigene App z.B. die Beleuchtung steuern oder den Standort des Bootes abfragen können. Ebenso haben wir die Möglichkeit geschaffen von zu Hause sicherzustellen, dass wir beim verlassen des Bootes alle Geräte ausgeschaltet haben. Echtzeit / Produktivdaten wie die Geschwindigkeit und Position können ebenfalls bereits abgefragt werden.

Die Arbeiten im Bad

Im Bad hat sich ebenfalls sehr viel getan, neue Schläuche sind verlegt, Wandverkleidungen sind angebracht und für Staumöglichkeiten ist ebenfalls gesorgt. Der im Bild zusehende Monitor steht dort natürlich nicht ohne Grund, denn dort soll noch ein SmartMirror entstehen, welcher in unserem Bord-Computer integriert werden soll, um z.B. Geschwindigkeit und Kurs immer im Blick zu haben.

Überwachungskamera

Damit wir von zu Hause auch stets einen Blick ins Schiff haben, soll die App eine Kategorie: „Live-Ansicht“ bekommen. Die entsprechende Kamera könnte an folgender Position montiert werden.